Schneeschuhwanderung der Senioren zum Wiler-Vorsess 28. Januar 2009

Was ist denn nur heute Morgen schon um neun Uhr auf dem Bahnhof Brünig los?  Wenn wenigstens schönes Wetter wäre, aber bei diesem dicken Nebel und der Kälte, wer hat da ein Interesse mit Schneeschuhen etwas zu unternehmen? Von allen Seiten kommen SAC Senioren daher, begrüssen sich freundlich und freudig und verbreiten fröhliche Stimmung an diesem trüben Tag. Kurt Sterchi hat für heute zur Schneeschuhwanderung zum Wiler-Vorsäss eingeladen und ein Dutzend wanderfreudige Senioren sind trotz schlechter Wetterprognose erschienen. Leider hat Kurt gesundheitliche Probleme und kann nun seine Tour nicht selber leiten, er hat aber in Aebi Hans einen würdigen Vertreter gefunden. So begrüsst uns nun Hans, ist erfreut dass trotz des Nebels so viele gekommen sind und hofft dass wir doch noch bis an die Sonne durchkommen werden. In der Kurve beim Brünig-Kulm schnallen wir unsere Schneeschuhe an. In dieser Zeit vollführt unser Gasthund Luna der uns begleiten darf, einen Freudentanz im Schnee. Sie zeigt uns eindrücklich, wie schön es doch draussen ist, ob die Sonne scheint oder nicht. Für sie ist die Hauptsache, dass sie mitkommen darf. Sie saust den Hügel hinauf und hinunter, schnüffelt hinter den Tierspuren her und tanzt immer wieder um uns herum, wie um zu sagen: „So macht doch endlich, wir wollen los!“ Und nun geht es los, nicht schön gemächlich zum einlaufen, sondern direkt  und ohne Pardon steil und „stotzig“. Nach einer halben Stunde machen wir eine Pause um die Jacken auszuziehen, es ist uns allen schön warm geworden, auch ohne Sonne. Die Landschaft hat bei diesem Wetter einen besonderen Reiz, vieles wirkt geheimnisvoll und alle scharfen Konturen sind weich geworden. Die Tannen haben sich herausgeputzt, jedes Nädelchen hat sich in ein funkelndes Juwel verwandelt. Der Raureif hat ganze Arbeit geleistet und den ganzen Wald verzaubert. Gemütlich steigen wir aufwärts, es wird dabei auch fleissig geplaudert und gelacht und Luna kontrolliert immer wieder ob auch ja alle mitkommen. Nach einer Stunde sind wir oben beim Vorsess und trinken im Schutz einer Hütte Tee. Sitzplätze gibt es keine, wir lehnen an der Hüttenwand und bleiben nicht lange, es ist zu windig. Von hier aus führt uns Hans noch ein Stück weiter hinauf Richtung Wilerhorn bis auf 1400 m, der Nebel ist aber noch immer so dick dass ich keine Ahnung mehr habe wo wir eigentlich sind. Im hohen, sauberen Pulverschnee steigen wir hinunter zu den Hütten von Schäri, jedes konnte sich eine eigene Spur in den schönen Schnee ziehen. Unterdessen meldet sich der Hunger und wir beschliessen, Mittagsrast zu machen. Auch hier gibt es keine Sitzgelegenheit, aber an der Hüttenmauer aufgereiht kann jedes ein wenig anlehnen beim Essen. Den Sprüchen, die zwischen Brienzern, Haslern und Obwaldnern hin und her fliegen und dem Gelächter tut dies keinen Abbruch. Von da an geben wir uns ganz in Hansens Hände, er scheint genau zu wissen wo wir sind und wo wir hin wollen. Abwechslungsreich führt der Weg mal durch den Wald, dann wieder über offene Weiden, einmal sogar durch einen vereisten Tunnel der sehr vorsichtig durchquert wird. Luna wuselt uns immer wieder zwischen den Beinen durch und ist überglücklich, dass sie eine so grosse Herde beisammen halten darf. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die Brünigpassstrasse, wir sind das letzte Stück auf dem Veloweg der zum Wiler-Vorsess führt, hinuntergekommen. Hier hat nun unsere Schneeidylle ein Ende, wir müssen der Strasse entlang die letzte Viertelstunde bis zum Brünigpass gehen. Wir setzen uns noch zu einem Trunk zusammen bevor der Zug ins Tal fährt und hier wird noch wacker den feinen Nussgipfeln zugesprochen! Die haben wir uns verdient!

Es war eine schöne Wanderung trotz des Wetters, oder vielleicht hat gerade das den besonderen Reiz ausgemacht. Luna jedenfalls ist rechtschaffen müde, sie schläft mit der Schnauze auf meinem Knie beinahe schon im Stehen ein!

Hans, wir danken dir für deine kompetente Führung, irgendwann werde ich diese Tour bei schönem Wetter wiederholen, um zu sehen wo ich eigentlich war! Wir hoffen, dass Kurt bald wieder wohlauf ist und seine nächste Wanderung selber leiten kann.

Herzlichen Dank, Hans!

 

Tourenleiter: Aebi Hans

Teilnehmer: Berchtold Hermann, von Flüe Niklaus, Aebi Brigitte, Michel Thäus, Michel Elisabeth, Bürki Heidi,
Rufibach Margreth, Darioli Gertrud, Bolliger Margrit, Wasem Frank &Isabelle

Bericht: Isabelle Wasem