Trotz dem angesagten schlechten Wetter für diesen Donnerstag (man musste auch mit Schneefall rechnen ) starteten wir (Hans Huwyler, Hermann, Klaus und Margret, Martha Streich, ihr Bruder Dres, unsere Tourenleiterin Margret Rufibach und ich) um 6 Uhr in Innertkirchen.
Beim Kaffeehalt in Oberwald wurde nach langem hin und her entschieden es zu wagen und uns auf den Weg zu machen. Nach der Fahrt durch das Aeginental marschierten wir um acht Uhr unterhalb der Staumauer los. Nach einem kurzen Anstieg ‚ging es dem Griesssee entlang. Etliche Male mussten wir Regenbekleidung an und ausziehen bzw. Regenschirm auf und zutun. Guter Laune und zügig erreichten wir bald einmal den Griesspass auf 2480m. Den Grenzstein überquerend suchten wir Schutz in einem kleinen Unterstand, der recht zweckmässig eingerichtet war. Dicht gedrängt konnten wir fast alle sitzend unser Znüni einnehmen. Langsam zeigte sich das Wetter von der besseren Seite zudem war auch der Ausblick hinunter ins Formazzatal ein Aufsteller. Weiter ging es hinunter auf die Alp Bättelmaad, von den Steilhängen glitzerten kleine Wasserfälle in der Sonne und in der Ebene gab es kleine Moore mit Wollgras zu bewundern. Bei der Staumauer vom Lago Morasco machten wir Mittagshalt; es wurde jedoch ein kurzer da bereits wieder schwarze Wolken aufzogen. Waren wir am Vormittag so ziemlich alleine unterwegs, so grüssten uns nun etliche Wanderer mit einem fröhlichen buon giorno. Bald erreichten wir das erste Dorf Riale, mit schön renovierten Häusern und auf dem Hügel ein stolzes Kirchlein. Neben dem imposanten Wasserfall Tosa hinunter, wanderten wir durch weitere schöne Walserdörfer. Es zeigte sich aber deutlich, dass das Tal nicht mehr überall bewohnt war.
In Ponte angekommen und auf der Hotelsuche, sahen wir Margret in angeregtem Gespräch mit einem älteren Dorfbewohner. Marco Ferrara so stellte er sich vor, erzählte, dass er im Sommer hier wohne und mit seinem VW-Bus Taxifahrten mache. Den Winter verbringe er in Domodossola. Da Margret für den nächsten Tag die Rückfahrt nach Riale noch nicht organisiert hatte, nahmen wir sein Angebot gerne an. Unser Hotel befand sich Ausgangs des Dorfes, wo wir schöne und zweckmässig eingerichtete Zimmer bezogen. Später beim Nachtessen in einer Dorfbeiz gesellte sich Markus zu uns und unterhielt uns mit Handörgele und mit Geschichten von früher. Am nächsten Morgen besammelten wir uns um acht Uhr vor dem Gemeindehaus; es war noch recht kühl, doch die Sonne liess sich auf den Gipfeln schon erblicken. Für Freitag wurde eine bessere Wetterprognose vorausgesagt. Guter Laune und bereit für das nächste Wanderabenteuer stiegen wir ins Bussli. Kaum losgefahren wurde von hinten aufgeregt gerufen, dass die Tür vom Kofferraum offen sei. Die Befürchtung, dass der eine oder andere Rucksack rausgefallen war, traf nicht ein und die Fahrt ging weiter. Nach einem letzten Gruppenfoto machten wir uns an den Aufstieg zum Giacomopass. In grossen Kehren führte der Weg hinauf. Bevor wir zur Hütte Maria Luisa kamen schweifte unser Blick nochmals hinunter zum Morascosee und hinüber zu den Berggipfeln und dem Übergang Neveju-Vannino. Einstimmig entschlossen wir uns, hier einen Halt einzulegen. So bekamen wir einen Kaffee; Danke Hermann, und es wurden die Znünisäckli ausgepackt.
Während der gemütlichen Wanderung entlang dem Fischsee zeigte sich ab und zu ein Murmeli, die nun auch die Sonne genossen.
Um die Mittagszeit kamen wir auf dem Pass an. Hier teilte sich der Weg; der eine führt hinunter ins Bedrettotal; der unsere ging zum Comopass; um dann später wieder zum Griessee zu gelangen wo wir unsere Autos stationiert hatten.
Etwa zwei Stunden wanderten wir nun auf einem prächtigen Höhenweg mit wundervoller Aussicht…Die neu umgebaute Como-Grieshütte besuchten wir noch kurz, um dann endgültig die letzte Etappe unter die Füsse zu nehmen. Nach ein paar überquerten Schneefeldern kamen wir um halb fünf wieder auf der Walliserseite an.
Es waren einmal mehr schöne erlebnisreiche Tage; danke Margret.
Gertrud Darioli