Montag:
Start in Brienzwiler um 0630 weil Xander noch Katzen füttern musste =). Anschliessend gingen wir per Auto nach Grindelwald wo wir ins Jungfraubähnlein umstiegen. Bei traumhaftem Frühsommerwetter machten wir dann eine Einwärmtour auf den Trugberg. Bei der Gelegenheit konnte Chrigel gleich seine neu erworbene Jungfrau-Jacke, die Jungfrau-Handschuhe und natürlich das Original-Jungfrau-Schweizerkreuz-Stirnband einweihen. „Herrgodd isch das nid Chrigel“ =). Übernachtet haben wir in der Konkordiahütte, wo dann auch Elia zu seinem Lunch kam (stand ja nicht auf der Liste =) ).
Dienstag:
Start um 0600 mit Stirnlampen.
Ziel: Grünhorn
Es war ar***kalt und der Wind pfiff uns um die Ohren. Aber wir kämpften. Auf ca. 3500 müM angekommen (immer noch heftige Böen) entschieden wir, die Skis und Rucksäcke stehen zu lassen und am kurzen Seil mit Steigeisen zu schauen wie weit wir kommen…und wir kamen…nicht weit. Kurz vor dem Grünegghorn-Gipfel mussten wir abbrechen, weil es uns wahrscheinlich vom Grat geblasen hätte, also zogen wir weiter in die Finsteraarhornhütte. Kaum hatten wir umgekehrt konnte man natürlich auch schon die Sonne sehen, aber dieser Ärger war von kurzer Dauer denn kurze Zeit später pfiff auch schon wieder der Wind und am Abend in der Hütte fing es auch noch an zu schneien.
Mittwoch:
Da wir aus unserem Fehler gelernt hatten (kälte- und wettertechnisch) :-P stampften wir diesmal erst um 0700 los mit dem Ziel Fiescherhörner. Also gingen wir los…und liefen…und liefen (es ist flach da)…und liefen und es Windete abscheulich aber immerhin schien diesmal die Sonne. Als wir endlich am Fuss des Berges angekommen waren, war Umkehren angesagt, da es wohl doch noch ein wenig mehr geschneit hatte als gedacht und wir mit Triebschnee rechnen mussten. Ein schwacher Trost war, dass wir wenigstens nicht die einzigen waren die umkehren mussten. Das Alternativprogramm hiess Wyssnollen und so liefen wir…und liefen…
Nach ein wenig Aufstieg gab’s da noch ein Problem von Coll-Tex’scher Natur; Elia’s Felle lagen im Schnee. „Gott gebe, dass es klebe und es klub“ „viva Leukotape!“ Also weiter im Text. Zum glück standen wir stabil (es windete immer noch) und so kamen wir ans Ziel, wo wir uns allerdings nicht lange aufhielten (denn es windete immer noch). Abschliessend durften wir allerdings noch eine supertolle Neuschnee-Abfahrt geniessen und so nahm der Tag doch noch ein gutes Ende.
Donnerstag:
Da nicht sonderlich gutes Wetter zu erwarten war, trafen wir uns erst um 0700 zum Frühstück. Es schneite und windete, also beschlossen wir, also Chrigel, Navigationsübungen mit dem Kompass zu machen und so zeichneten wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Groggis auf der Karte ein. Die Motivation hielt sich in Grenzen. Nun ja, ist ja auch verständlich, nachdem 3 Viertausender geplant waren, wir zwei abbrechen mussten und der dritte gerade bachab ging. Ein paar Groggis später kam Chrigel plötzlich „z’gumpen“: “He Liit, es töd üf, packed euers Ziig mier gän a Fiischter“. Und so starteten wir um ca 0945 in Richtung Finsteraarhorn (die Motivation stieg). Es tat tatsächlich auf, und so konnten wir sogar fast den ganzen Weg bis auf den Gipfel ohne Jacke, ohne Wind und mit Sonne zurücklegen. Es war traumhaft. Ich glaube wir alle habe für einen Moment alle Sorgen vergessen. Es gab keine Welt mehr, es gab nur noch diesen Berg.
Wir hatten ein Schönwetter-Zeitfenster, dass gerade auf den Gipfel und wieder zurück zum Sattel reichte, denn kurz darauf fuhren wir fast blind. Trotz alldem kamen wir heil in der Hütte an und alle waren zufrieden. Xander sagte zwar er mache so was nur drei mal; „z’erst z’einzig u z’letscht mal“, schade.
So genossen wir noch ein wenig Hüttenstimmung (und -aroma) und gingen früh ins Bett denn am nächsten morgen hiess es um 0500 aufstehen.
Freitag:
Gesagt getan. Wir standen um 0500 auf, assen Frühstück und machten uns auf zum Galmihorn. Ein Kollege hat -17°C gemessen. Mit den ersten Sonnenstrahlen kamen wir auf der Galmilicke an und durften im Sonnenschein auf den Gipfel watscheln, wo wir eine kleine Pause machten und die Aussicht genossen. Es folgte eine Abfahrt in zuerst leicht harstigem und dann sulzigem Schnee, wolkenlosem Himmel und Sonne. Kurz gesagt: Ein Traum. Und das beste daran war, dass wir wohl nicht mehr als 100m gehen mussten und da wurden wir dann, nach einer kleinen Wartezeit, auch schon vom Taxi abgeholt und direkt in die Beiz chauffiert, wo wir noch etwas assen, bevor wir den Zug zurück ins Haslital nahmen.