Tourenbericht Calanque 2010 vom 03.10.-09.10.2010
Am Morgen vom 3. Oktober traf sich die Kletterhallen-JO viel zu früh, am noch in Tau getauchten Bahnhof von Meiringen. Mit Bus und Auto fuhren wir Richtung Frankreich. Es war eine schöne Fahrt. Aber leider war es zu heiss und die Musik zu leise. Wir fuhren geschlagene 8 Stunden. Als wir dann endlich im wunderschönen Cassis angekommen waren und unsere Zelte aufgestellt hatten, stand dem Sprung ins wellenreiche Blau nicht mehr im Weg, wobei uns ein härziges Hundi begleitete J
Danach konnten wir unser erstes Nachtessen geniessen. Am nächsten Tag war das Wetter „pluderlind“ und die Teilnehmer „muderig“. Darum gingen wir in ein Sportgeschäft, welches so gross war, dass man(n) sogar seinen Pullover verlieren konnte. Chrigel, und andere, shoppten den halben Laden leer und die Jungs vergnügten sich mit hüfthohen Fischerstiefeln. Einkaufen, die Sonne zeigte sich zwischen den Wolken, ab ins Meer. Doch dort wurden wir von kleinen, roten Quallen, die das Wasser auch mochten, verscheucht. Einige von uns wurden gestochen, der Schmerz wurde jedoch bald bei dem feinen Abendessen vergessen. Am nächsten Tag war das Wetter endlich wieder gut und wir packten unser Kletterzeug. Leider war die geplante Mehrseillängenroute extrem weit von der Zivilisation entfernt, trotzdem lohnenswert aber auch anstrengend (für einige). Als wir endlich oben waren, war es schon fast dunkel und wir mussten uns beeilen, damit wir noch einkaufen gehen konnten. Verstunken und verschwitzt kamen wir bei unserem Camping an. Nach einer warmen Dusche verwöhnten uns Gina und Chantal mit einem perfekten Risotto.
Bis dahin verlief alles super. Am nächsten Morgen allerdings, wir wollten gerade aufbrechen, da kam uns beim Ausparken ein Ast in die Quere, der uns die Heckscheibe einschlug! Wir liessen uns jedoch nicht einschüchtern und fuhren mit unserem neuen Cabriolet ins Klettergebiet. Das Ziel war Sormiou. Die Sonne brannte an diesem Tag heiss an den Felsen, doch wir hatten Sonnencreme dabei und kletterten weiter. Es war ein sehr schöner Tag zum Klettern und wir genossen einen wunderschönen Meerblick mit den vielen Fischerbooten, die weit weg auf dem Meer ruhten und währenddessen das Meer plünderten. Die Route war ausgesprochen geil. Danach war Baden angesagt, obwohl das Wasser nicht mehr so warm war. Am Abend erwartete uns Party in Cassis, leider ist das kleine Dörflein um diese Zeit schon ziemlich ausgestorben. Also genossen wir den wunderschönen Abend am Strand, Nutella-Crêpes kauend, begleitet vom Rauschen des Meeres. Dann kehrten wir spät zu unserem coolen Camping zurück. Die einen gingen schon in ihr Zelt, die anderen spielten noch ein bisschen Billard, um sich das Gekreische französischer Zicken anzuhören. Nach diesem lustigen Abend konnten wir bei zirpenden Grillen super einschlafen und uns auf einen weiteren Tag und somit auch auf ein weiteres Abenteuer freuen. Am nächsten Morgen fuhren die einen in ein „Scheiss“-Klettergarten. Es war nicht so schön dort, weil die ganzen Routen voll abgespeckt waren. Die andere Gruppe machte die Marseilleyre, genauer die Ragga-Wall und Safer Sex, unsicher. Unsere Gruppe bei den Speckfelsen kletterte ungefähr drei Routen, dann verliessen uns die Kräfte und wir rutschten den Kiesweg bis zum Auto hinunter und waren sehr erleichtert, als wir dort unsere schweren Rucksäcke ablegen konnten. Dann fuhren wir mit Chrigel-Sound nach Marseille an den Strand. Dort badeten wir, bis wir schon wieder von den Quallen aus dem Wasser gejagt wurden. Also versuchten wir ein bisschen Volleyball zu spielen. Mit der Zeit konnten wir es auch sehr gut, auch wenn Xander oft einen Sprint hinlegen musste, dass der Ball nicht im Meer landete. Wieder in Cassis angekommen, stand Maniküre und Pediküre auf dem Programm, wir zogen Hemmli und Strohhut an, wir waren bereit für unseren Auftritt „in the town“. Nach einer Portion mehr oder weniger frischen Muscheln, genossen wir eine Pizza. Dann gingen wir an den Strand, dort knutschte ein sportlicher Mann mit einer weniger sportlich aussehenden Frau. Wir hatten einen Riesenspass, ihnen dabei zuzusehen und sie mit Pfiffen zu stören, und tatsächlich schienen sie auch nicht mehr so glücklich zu sein. Danach gingen wir alle in eine Bar, wo wir etwas tranken. Einige etwas mehr und andere fast nichts. Die einen gingen dann auch brav schlafen und die anderen machten Sachen die wir hier besser nicht erwähnen sollten… Freitag, der letzte Klettertag in der Calanque. Weil das Wetter eher unsicher war, entschied die eine Gruppe, die vorgesehene Route nicht zu klettern und an deren Stelle wettersichere Wände zu bezwingen. Die andere Gruppe machte eine Traverse, die ganz einfach, aber total imposant war. Dabei kletterte man ca. 2 Meter über dem Meer rund um den Bec von Sormiou herum. Wir sahen eine Taucherente, ein paar Möwen und etwas gelbes im Wasser. Die „Guten“ waren gut, kletterten gut, alles gut und wünschten sich nichts sehnlicher als ein Eclair aus dem Supermarché. Am Abend wurden wir von Xander, Remo und Chamuel bekocht. Es gab Pasta mit Pesto und wir spielten (mal wieder) Billard. Wir lieferten uns immer harte Matchs und alle fieberten mit. Am Ende war es immer sehr knapp aber es machte Spass. Mehrere hatten sich im Billard und „Töggelen“ zu richtigen Profis entwickelt. Nach und nach gingen dann alle schlafen! Am Morgen der Abfahrt wollte niemand so richtig aufstehen, doch dann kamen wir langsam in die Gänge. Morgenessen, Abwaschen, Abbauen und es hiess „au revoir les Calanques“! Die Fahrt war wie immer lang.
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr J
Danke Chrigel und Marc, die immer auf unsere Wünsche eingingen und ohne die unsere schöne Woche nicht stattgefunden hätte.
Dieser Bericht ist ein Gemeinschaftswerk, das bei der Heimfahrt von Cassis verfasst wurde. Jede, sich im Bus befindende Person, hatte einen Satz oder ein Wort zu schreiben. So entstand dieses einzigartige Werk, in dem sich die unterschiedlichsten Schreibstile widerspiegeln und die Woche unverfälscht, klar und frisch festgehalten wird.
Autoren:
Xander, Chamuel, Remo, Anna-Lena, Eline, Gina, Roman, Mario, Stefanie, Sarah und Chantal.