Bei schönstem Sommerwetter sammelt sich eine kleine Gruppe SACler auf dem Weg von Meiringen nach Interlaken um durch den Lötschberg ins Wallis zu fahren und ein gemütliches Wochenende zu verbringen. Mit dem Postauto wird der grösste Teil des Aufstiegs des ersten Tags zurückgelegt. Aber nach einer Stärkung im Restaurant Mattmark ist bei recht windigem Wetter dann doch noch Muskelkraft angesagt. Zwischen vielen Blumen, beobachtet von Steinböcken und Schneehühnern geht es bis zum Biwakplatz, der alles bietet, was man sich wünschen kann: Schöne Aussicht auf die höchsten Berge der Schweiz, einen Bach mit Trinkwasser, von früheren Gästen gestaltete Kochplätze zwischen den Steinen...
Während der eine Teil der Gruppe den Weg für morgen erkundet, geniesst der andere Teil einfach die Aussicht und die warmen Felsen. Der Abend ist dann der erste Höhepunkt der Tour, nach einem feinen Apero erwartet uns ein herrliches Dreigangmenu, das sogar alle aus einem Teller oder einem ähnlichen Geschirr geniessen können.
Vor dem Dessert haben alle den Drang einen Teil der konsumierten Kalorien wieder zu verarbeiten (oder will man einfach den durch den Wind ausgekühlten Körper etwas aufwärmen?), sei es mit bouldern, einfach über die Felsblöcke laufen oder gemütlich miteinander reden, irgendwie vertreibt sich jeder von uns die Zeit bis auch der dritte Gang und ein Kaffee aufgetischt wird. Je nach gewähltem Schlafplatz wird die Nacht dann mehr oder weniger gemütlich, kalt war sie auf jeden Fall, davon zeugt das Eis auf dem Bach am Morgen und natürlich will niemand so recht aus dem Schlafsack...
Das Zmorgen muss sich vor dem Znacht nicht verstecken und so geht es frisch gestärkt in den wärmenden Sonnenstrahlen über die Geröllfelder in Richtung Stellipass, dort angekommen wird der grössere Teil des Rucksackinhalts deponiert und über den schneebedeckten Gletscher geht es dem Gipfel des Stellihorns entgegen. Auch die letzten Felsstufen (oder sollte man sagen Geröllhalden) vor dem Gipfel werden mit den Steigeisen gut gemeistert und schon stehen wir oben, geniessen unsere Gipfelrast mit herrlicher Aussicht, dem einen oder anderen guten Schluck und tragen uns als erste Gruppe der Sommersaison im Gipfelbuch ein.
Zurück am Materialdepot ist wieder Zeit für eine Verpflegungspause, bevor es auf der anderen Seite des Passes erst über Schnee und dann wieder über Geröll talwärts geht. Einen eingezeichneten oder gar markierten Weg gibt es auf dieser Seite nicht aber mit sicherem Gespür führt uns Peter zu einer Grasfläche, die das letzte Stück in den Talgrund überwindet.
Unten angekommen sind wir natürlich noch nicht am Ziel, ein markierter Weg führt uns noch einige Kilometer talauswärts nach Saas Almagell, wo wir trotz vieler verschiedener Wegvarianten zum Ort sowohl zeitlich wie örtlich eine Punktlandung hinlegen, genau an der Postautohaltestelle kommen wir wenige Minuten vor der Abfahrt des Postautos an der Hauptstrasse an.
Kurzentschlossen wird der gemütliche Tourabschluss nach Visp verlegt, wo uns allen erstmal die Wärme zu schaffen macht, der manchmal etwas nervige Wind in der Höhe hatte eben auch seine Vorteile...
Teilnehmer:
Peter Schläppi (Bergführer), Christine Vögtli (Tourenleitung),Annette Fischer, Christine Pfäffli, Micha Trauffer, Margreth Wieland, Henning Kohl (Bericht, Fotos)