Einsätze 2010
Nr. 24 (15. Oktober)
Ein Lieferwagen fuhr auf der Grimselpasstrasse bergabwärts in Richtung Guttannen. Auf glatter Fahrbahn kam er um 5.30 Uhr in einer starken Rechtskurve zwischen der Grimselseestaumauer und Räterichsboden von der Strasse ab. Er rutschte über einen Parkplatz und stürzte anschliessend mehere Meter in die Tiefe und kam im Felsgebiet zum Stillstand. Bei der Unfallmeldung herrschte am Unfallort dichter Nebel und vorerst kam eine Helikopterrettung nicht in Frage. Ebenso war nicht klar wie steil das Gelände war, und so wurde auch die SAC-Rettungsstation Oberhasli von der EL Rega aufgeboten. 6 Retter der Rettungsstation machten sich in Meiringen bereit und fuhren mit Autos Richtung Grimsel. Als die 6 Retter am Unfallort eintrafen, waren die 3 Verletzten von der Feuerwehr bereits geborgen worden. Die SAC-Retter konnten unverrichteter Dinde wieder zurück nach Meiringen fahren.
Der Nebel verzog sich nun ein wenig und ein Einsatz mit dem Helikopter war nun möglich. Der Regahelikopter flog ein Verletzter nach Lugano in eine Spezialklinik für Kopfverletzungen. Die anderen 2 brachte die Ambulanz nach Interlaken ins Spital.
(Kurzbeschrieb)
Nr. 23 (09. Oktober)
Zwei Bergsteiger kletterten an den Wendenstöcken in der Route „Transocean“. Die Seilschaft befand sich in der 5. Seillänge, als der Vorsteiger unerwartet ins Seil stürzte (10 – 15m) und sich dabei am Fuss verletzte. In der Folge seilten sie selbständig über die Route ab bis auf das Grasband am Wandfuss. Nun alarmierten sie die Rega.
Rega 10 nahm ein RSH in Grindelwald an Bord und flog Richtung Wendenstöcke. Nach einem kurzen Reko-Flug und Briefing stieg der Arzt auf der Wendenalp (Zwischenlandeplatz) aus. Anschliessend setzte Rega 10 den RSH mittels Winde beim Verunfallten ab, wo der RSH den Patienten für die Bergung vorbereitete. Mittels Helikopterwinde barg man den Patienten und flog ihn auf den Zwischenlandeplatz, wo er vom Arzt medizinisch versorgt wurde. Rega 10 brachte anschliessend den RSH zurück nach Grindelwald und den Patienten flog er nach Interlaken Spital. Der unverletzte und ortskundige Seilpartner, stieg selbständig ab.
Nr. 22 (22. September)
Zwei Bergsteiger kletterten an den Wendenstöcken in dem sog. Excaliburfpeiler. Der Kletterer im Vorstieg stürzte ins Seil und verletzte sich dabei am Fuss. Die zwei seilten selbständig über die Route ab bis auf das Grasband am Wandfuss. Nun alarmierten sie die Rega.
Rega 8 nahm in Erstfeld ein RSH an Bord und flog Richtung Wenden. Die Helikoptercrew sichtete die zwei Kletterer am Wandfuss. Der RSH stieg dort aus dem schwebenden Helikopter und stieg zu dem Verletzten hoch. Dort bereitete er den Kletterer für eine Windenbergung vor.
Mittels Helikopterwinde barg man nun den leicht verletzten Kletterer und flog ihn auf die Wendenalp zu seinem Auto, wo er auf seinen Seilpartner der selbständig abstieg wartete.
Nr. 21 (11. September)
Zwei Wanderer reisten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Basel ins Gadmertal. Anschliessend fuhren sie mit der Triftbahn in die Underi Trift. Das Wetter war schön und wolkenlos. Etwa um 12:00 Uhr starteten sie bei der Bergstation und gingen zu der Triftbrücke. Nun beabsichtigten sie via Furtwangsattel nach Guttannen zu wandern. Beim sog. Tälliseeli kamen sie vom markierten Weg ab und verloren in der Folge die Orientierung.
Anstatt Richtung Guttannen (Süd-West) zu gehen, überstiegen sie den “Stozige Grat“ und gerieten so auf die Nord-Ostseite in ein sehr steiles Couloir. Dort waren sie nach etwa 300 Meter Abstieg oberhalb eines 20 Meter hohen Felsabsatzes blockiert. Per Handy alarmierten sie die Rega.
Um 19:40 Uhr alarmierte die Rega die Rettungsstation Oberhasli. Ein RSH nahm mit den zwei Wanderern telefonisch Kontakt auf. Sie glaubten auf der Süd-Westseite des Mährenhorns zu sein uns Lichter von Guttannen zu sehen, konnten ihren Standort jedoch nicht genau sagen. Man entschloss sich die Blockierten zu suchen und zu evakuieren. Kurz vor dem Einnachten landete Rega 10 auf der BOHAG-Basis Schattenhalb. Der Arzt stieg aus und der RSH ging an Bord und startete zu dem Suchflug. Auf der Süd-Westseite des Mährenhorns konnte man nichts finden, also wechselte man auf die Nord-Ostseite. Mittels Handyverbindung (Helikopter zu den Wanderern) konnten die Blockierten den Helikopter einweisen. Die Crew ortete in der Folge die zwei Wanderer in einem sehr steilen Couloir, auf der Seite der Underen Trift. Mittels Winde evakuierte man die Blockierten in zwei Flügen aus ihrer misslichen Lage und flog sie vorerst zu der Windegghütte. Inzwischen war es Nacht geworden. Anschliessend flog Rega 10 mit den zwei Wanderern und dem RSH zurück zu der BOHAG-Basis Schattenhalb.o
Nr. 20 (10./11. September)
Freitag
Zwei Bergsteiger stiegen über den Südostgrat auf das Finsteraarhorn. Im oberen Teil des Grates, verletzte sich ein Mann leicht. Ihn traf ein herabstürzender Stein. In der Folge kamen sie nur langsam voran. Die Nacht brach herein noch bevor sie den Gipfel erreichten. Um 22:30 Uhr alarmierten sie per Handy.
Sofort alarmierte die Rega ein RSH. Der RSH telefonierte daraufhien mit den Blockierten. Sie seien erschöpft auf dem Gipfel des Finsteraarhorns, hätten jedoch Material dabei um die Nacht schadlos zu überstehen. Einer der beiden klagte ihm sei "dizzi". Die Einsatzzentrale der Rega, der Pilot und der RSH analysierten die Lage und entschieden, die Rettungsaktion auf den nächsten Morgen zu verschieben (keine lebensbedrohliche Situation, Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt, wenig Wind).
Samstag
Um 06:00 Uhr startete Rega 10, nahm in Grindelwald ein RSH an Bord und flog Richtung Finsteraarhornhütte. Sie landeten bei der Hütte und bereiteten sich für eine Windenbergung vor. Der Arzt wartete bei der Hütte. Rega 10 setzte den RSH mit der Winde auf dem Gipfel des Finsteraarhorns (4273m ü.M.) bei den zwei Bergsteigern ab. In zwei Flügen barg man die zwei und flog sie vorerst auf den Zwischenlandeplatz zur Hütte, wo der Arzt sie in Empfang nahm. Kurze Zeit später flogen sie zurück. Rega 10 brachte den RSH nach Grindelwald und die zwei Bergsteiger nach Interlaken ins Spital wo man den Einsatz nach etwas mehr als zwei Stunden abschloss.
Nr. 19 (28. August)
Drei Personen stiegen entlang der Giessbachfälle Richtung Schweibenalp den Wanderweg hoch. Ein Mann hatte mit dem Aufsteigen recht Mühe. Er musste immer wieder anhalten und kam sehr langsam voran. Das Wetter war regnerisch und stark bewölkt. Plötzlich fiel er nach einem erneuten Schwächeanfall um, rutschte durch den steilen Wald ab und stürzte über einen etwa 3 Meter hohen Felsabsatz. Unten blieb er auf dem Wanderweg bewusstlos liegen. Eine Begleiterin alarmierte die Rega.
Rega 10 flog sofort zur Unfallstelle. Mittels Helikopterwinde setzte man die Ärztin unterhalb der Unfallstelle auf dem Wanderweg ab. Zu Fuss stieg sie hoch zum Verunfallten, der bewustlos da lag. Da eine direkte Bergung an dieser Stelle wegen der vielen Äste nicht möglich war, forderte sie einen RSH an, um den Patienten einige Meter terrestrisch zu verschieben.
Rega 10 holte den RSH in Meiringen ab und setzte ihn ebenfalls mit der Helikopterwinde auf dem Wanderweg ab. Zu Fuss brachte er nun das von der Ärztin zusätzlich angeforderte medizinische Material vor Ort. Der Patient verlud man in den Bergesack, transportierte ihn terrestrisch einige Meter auf dem Wanderweg nach unten, wo eine Bergung mit dem Helikopter möglich war. Dabei halfen die zwei anderen Personen der Wandergruppe mit. Da der Patient immer noch bewustlos und in einem zu schlechten Zustand für eine Windenbergung war, brachte Rega 14 mit einer zweiten Ärztin das noch dringend benötigte medizinische Material vor Ort. Anschliessend wurde der Patient für die Bergung vorbereitet. Nun konnte der Helikopter ihn mittels Winde bergen und flog ihn anschliessend nach Bern. Der RSH und die zweite Rega Ärztin begleiteten die zwei angeschlagenen Personen der Wandergrupe auf dem Wanderweg nach unten bis auf den Parkplatz des Giessbach-Hotels.
Nr. 18 (22./23. August)
Sonntag
2 Bergsteiger starteten um 05:30 Uhr in der Gelmerhütte und hatten die Absicht via Diechterhorn -Gwächtenhorn zur Trifthütte zu gehen. Als die Beiden um 20.00 Uhr nicht in der Trifthütte angelangt waren, informierte ein Bergführer, der am Vortag mit den Bergsteigern ins Gespräch kam die EL Rega. Die Rega leitete die Information an den Einsatzleiter der Rettungsstation Oberhasli weiter.
Der EL der Rettungsstation nahm Kontakt mit der Kapo auf. Aufgrund der Tatsache, dass keine Unfallmeldung vorlag und dass das schöne, warme Wetter ein Biwak im Freien erlaubt hätte, entschloss man sich nach reiflicher Überlegungen am Abend keine Suchaktion zu starten. Die Kapo führte jedoch weitere Abklärungen durch, betreffend Auto der Vermissten, beabsichtigte Touren, Befragung Angehörige etc.
Montag
Am nächsten Morgen nach diversen Abklärungen musste angenommen werden, dass ein Unfall passiert sei. Die beiden hatten sich gemäss den Abklärungen der Kapo sehr gut auf diese Tour vorbereitet und galten als seriöse Bergsteiger. Rega 10 und zwei Bergführer bereiteten sich nun für eine Suche vor. Während des 3. Suchfluges sichtete man die beiden beim Diechtergletscher auf 2860m in einem steilen Felscouloir. Oberhalb des Couloirs, auf dem steilen, blanken Gletscher mussten sie ausgerutscht und in diese Felsen abgestürzt sein wo sie aufschlugen und zum Stillstand kamen. Sie waren angeseilt und trugen Steigeisen.
Der Rega-Arzt konnte bei beiden Bergsteigern leider nur noch den Tod feststellen. Rega 10 barg mit der Rettungswinde zusammen mit den zwei Bergführern die Opfer. Beim Zwischenlandeplatz im "Obrists Diechter" 2390m lud man die Verunfalten um und flog sie nach Räterichsboden an die Grimselstrasse. Dort holte der Bestattungsdienst die zwei verunfallten Bergsteiger ab. Während der ganzen Aktion herrschte zumTeil Nebel und Föhn. Dies erschwerte den Einsatz zusätzlich.
Nr. 17 (22. August)
Im Gebiet Axalp, oberhalb dem sog. Urserli stürzte eine Wanderin auf dem steilen Wanderweg ca. 15 Meter über Grasbänder und Felsabsätze ab. Dabei verletzte sie sich am linken Oberarm. Sie alarmierte die Rega.
Rega 14 befand sich gerade im Rückflug eines vorangehenden Einsatzes und hatte ein RSH an Bord. Somit konnte Rega 14 direkt zum Unfallplatz fliegen. Nach einem kurzen Suchflug sah man die abgestürzte Person. Arzt und RSH stiegen 50 Meter unterhalb der Verletzten aus dem schwebenden Helikopter und stiegen zu ihr hoch. Die Verunfallte wurde medizinisch Erstversorgt und für die Bergung vorbereitet. Mittels Helikopterwinde flog Rega 14 sie auf den Zwischenlandeplatz und anschliessend nach Interlaken ins Spital.
Nr. 16 (22. August)
2 Kollegen waren zusammen am Wilerhorn auf einer MTB Tour. Sie wollten von Lungern Schönbühl um das Wilerhorn auf den Brünigpass gelangen. Bei einer heiklen Passage stiegen beide ab und führten ihre Fahrräder zu Fuss. Einem Biker rutschte das Fahrrad ab und er wollte es halten. Dabei rutschte er selber aus , verlor das Gleichgewicht und stürzte über 100 m ab. Ein Wanderehepaar, welches den Unfall beobachtete, alarmierte sofort die REGA. Da ein Helikopter der REGA auf einem Überflug ganz in der Nähe war, waren die Helfer bereits wenige Minuten nach Meldungseingang vor Ort. Mit einer Windenbergung mit Arzt und RSH wurde der Verunfallte geborgen. Für den Verunfallten kam jedoch jede Hilfe zu spät, er konnt nur noch tot geborgen werden.
Nr. 15 (22. August)
2 Bergsteiger übernachteten in der Gaulihütte. Am Morgen um 6.00 Uhr verliessen sie die Hütte mit der Absicht das Hangendgletscherhorn über den Chammligrat zu besteigen. Da sie Mühe hatten den idealen Zustieg zu finden und mehr Zeit als geplant brauchten, wählten sie eine Variante um den langen Grat abzukürzen. Auf dem Grat angelangt konnten sie wegen den Schwierigkeiten und dem feuchten Fels nicht mehr weiterklettern. Den Abstieg getrauten sie sich auch nicht mehr zu. Mit dem Handy alarmierten sie die REGA.
Rega 10 flog mit einem RSH an Bord ins Gebiet. Mit 2 Windenaktionen evakuierte man die beiden unverletzten Bergsteiger und setzte sie in der Nähe des Chipfestocks beim Zwischenlandeplatz ab. Die beiden stiegen anschliessend selbständig zur Gaulihütte ab.
Nr. 14 (19. August)
2 Tschechische Bergsteiger hatten die Absicht die Kletterroute Motorhead im Edorado Grimselgebiet zu begehen. In der 1.Seillänge stürzte der Vorsteiger einige Meter ins Seil und prallte auf ein Felsband wobei er sich verletzte. Mit der Hilfe von anderen Kletterern stieg der Verletzte noch ca.40 Meter vom Einstieg talwärts. Wegen den starken Rückenschmerzen, die der Verletzte spürte, entschlossen sie sich die REGA zu alarmieren. Der genaue Standort des Kletterers konnte man wegen der schlechten Handyverbindung nicht genau abklären. So entschloss sich die Rega ein RSH aufzubieten.
Rega 10 holte den RSH in Meiringen und flog direkt zur Unfallstelle, wo man den RSH und den Arzt mittels Helikopterwinde absetzte. Der Arzt versogte den Patienten medizinisch und zusammen mit dem RSH machten sie den Verletzten für die Bergung bereit. Anschliessend flog Rega 10 die drei auf den Zwischenlandeplatz hinten am Grimselsee. Rega 10 flog nun den RSH zurück nach Meiringen und den Verletzten nach Interlaken ins Spital.
Nr. 13 (10. August)
Eine Mann und eine Frau stiegen angeseilt von der Oberaarjochhütte auf dem fast aperen Oberaargletscher Richtung Oberaarsee ab. Dabei stürzte die Frau in eine verschneite Gletscherspalte. Der Seilpartner konnte den Sturz zwar halten, jedoch öffnete sich durch die Belastung der Seilknoten am Anseilgurt der Frau und sie stürzte noch weiter ca 5-6 Meter tief in die Spalte. Dabei verklemmten sich ihre Beine in der enger werdenden Spalte. Sie war knietief im nassen Schnee und konnte sich nicht von der Stelle rühren. Der Seilpartner war ausser Stande ihr effektive Hilfe zu leisten noch sie zu sichern.
Die Rega alarmierte ein RSH, dieser bereitete sich in Grindelwald für den Einsatz vor. Aufgrund der Meldung bot man einen zweiten RSH in Meiringen auf. Rega 10 holte den RSH in Meiringen und flog direkt zur Unfallstelle. Anschliessend holte Rega 10 den zweiten RSH in Grindelwald und war um 08:45 Uhr ebenfalls auf der Unfallstelle. Der erste RSH war bereits in der Spalte bei der Verunfallen und befreite sie mühsam aus ihrer ungemütlichen Lage. Mittels doppeltem Flaschenzug zog man sie aus dem Spalt. Glücklicherweise hatte die Frau keine Verletzungen. Die zwei Alpinisten wurden nun zu ihrem Auto beim Berghaus Oberaar geflogen. Anschliessend flog der Helikopter mit den RSH zurück ins Tal.
Nr. 12 (09. August)
Eine 2-er Seilschaft durchkletterte die Nordostwand der Kingspitze. In einer der letzten Seillängen (etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels) verstieg sich der Vorsteigende und ergriff eine grosse Felsplatte, welche sich augenblicklich löste und hinunterstürzte. Dabei stürzte er mit ab und verletzte sich schwer am Daumen. Glücklicherweise blieb das Seil unbeschädigt und der Seilpartner konnte zudem den überraschenden Sturz halten. Der Sichernde konnte sich vor der herabstürzenden Felsplatte reflexartig ducken und blieb unverletzt. Er alarmierte die Rega EZ. Der Sichernde war zufällig Arzt. Er versorgte den Patienten und bereitete ihn mustergültig zum Ausfliegen vor.
Rega 10 startete in Grindelwald, nachdem er dort einen RSH aufnahm und flog Richtung Kingspitze. Nach ca. 10 Min. sichtete die Crew die Seilschaft in der Wand. Rega 10 landete nun am Wandfuss der Nordostwand im Ochsental und bereitete sich für eine Bergung vor. Mittels Winde setzte man den RSH beim Standplatz der 3. letzten Seillänge in der Wand ab. In einem ersten Flug barg man den Seilpartner mit der Helikopterwinde und in einem zweiten Flug den Verletzten und den RSH. Auf dem Zwischenlandeplatz wurde der Patient medizinisch versorgt. Nachdem auf dem Zwischenlandeplatz alles verladen war, flog Rega 10 den RSH nach Grindelwald und den Patienten nach Bern. Der Seilpartner war unverletzt und konnte selbständig zu Fuss absteigen.
Nr. 11 (11. Juli)
Vier Bergsteiger machten auf dem Steigletscher/Sustenpass Eisausbildung. Der Leiter der Viererseilschaft rutschte plötzlich in eine Spalte, dabei verletzte er sich am Fuss. Sie alarmierten die Rega.
Um 07:30 landete Rega 10 in Unterbach, nahm den RSH an Bord und flog zum Steigletscher. Die Crew sichtete die Seilschaft sofort mitten auf dem Gletscher. Mittels Winde setzte man den RSH und den Arzt beim Patienten ab. Er wurde medizinisch versorgt und anschliessend zusammen mit dem Arzt mit der Winde ausgeflogen. Der RSH brachte die drei Personen, die nicht verletzt waren zu Fuss an den Rand des Gletschers an einen sicheren Ort, von wo sie selbständig abstiegen. Nachdem auf dem Zwischenlandeplatz alle in den Helikopter eingestiegen waren, flog Rega 10 den RSH nach Unterbach und den Patienten nach Interlaken.
Nr. 10 (06.-08. Juli)
Ein Ehepaar mit ihrer Tochter brach am Dienstagmorgen im Grimselgebiet von der Gruebenhütte zu einer Klettertour auf und wollten über den Südostgrat auf das Steinlauihorn. Nachdem sie am Abend nicht wie vereinbart in die Hütte zurückkehrten, holte ein Bergsteiger, der in der Gruebenhütte war, den Hund der Familie (die Familie hatte ihren Hund mitgenommen und ihn in der Nähe des Einstieges angebunden) und schlug anschliessend Alarm. Die Rega und Spezialisten des SAC nahmen noch am Dienstagabend die Suche nach den Vermissten auf. Die Retter mussten die Hilfsaktion in der Nacht auf Mittwoch aber wegen Nebels unterbrechen. Die Suche ging am Mittwoch sowie am Donnerstagmorgen weiter. Am Mittwoch suchte man intensiv mit dem Regahelikopter das Gebiet aus der Luft ab. Am Mittwochabend transportierte ein BOHAG-Helikopter zwei Retter ins Einsatzgebiet.
In der Nacht auf Donnerstag setzte man ein Superpuma-Helikopter der Armee mit dem FLIR (Wärmebildkamera) ein. Dies führte jedoch auch nicht zum Erfolg. Am Donnerstag suchte man nun das Gebiet, das in Sektoren eingeteilt wurde, zu Fuss mit Zweier - Patrouillen ab. Parallel dazu flog man mit dem Helikopter diverse Couloirs nochmals intensiv aus der Luft ab. Damit auch die im Schatten liegenden und steilen Bergschründe eingesehen werden konnten, hing sich ein Retter an das ausgefahrene Windenseil des Helikopters. Dies führte dann zum Erfolg. Der Retter unten an der Winde sah plötzlich die drei leblosen Körper. Sie lagen so tief in einer Randspalte, dass es unmöglich war sie in den vorangehenden Flügen aus der Kabine des Helikopters zu orten.
Nun sammelte man die Suchmannschaften mit dem Heli ein und flog sie zurück an die Gärstenegg. Drei Retter blieben für die Bergung im Gelände. Mit der Rettungswinde flog der Helikopter zwei RSH in das steile Couloir. Da mit objektiven Gefahren (Steinschlag) gerechnet werden musste, wurde noch ein weiterer Retter eingeflogen. So konnte die Leichenbergung in möglichst kurzer Zeit durchgeführt werden. Anschliessend flog Rega 10 die Retter und die Verunfallten nach Meiringen.
Nr. 9 (03. Juli)
Ein Ehepaar wanderte von Gadmen via Gadenlauisee über die Einsattelung Punkt 2501 in das Triftgebiet. Nach ca. 500m Abstieg verpassten sie den Weg der sie zur Triftbahn Bergstation geführt hätte. In der Annahme unten im Tal über eine Brücke den Bach zu überqueren, stiegen die beiden bis in die Talsohle ab, wo ihnen das reissende Triftwasser den Weiterweg versperrte. Da der mühsame Rückweg nicht mehr in Frage kam entschlossen sie sich via Handy die Rega zu alarmieren.
Die Rega alarmierte die Rettungsstation Oberhasli. Zu dieser Zeit überquerten heftige Gewitter das Haslital. Im Moment war eine Flugrettung nicht möglich. Der Einsatzleiter der Rettungsstation entschloss sich, nach Rücksprache mit der EL Rega, eine terrestrische Rettung zu machen, denn für den nächsten Morgen war schlechtes Wetter angesagt. Zwei Retter fuhren nun mit dem PW zur Talstation der Triftbahn. Als die Retter bei der Triftbahn eintrafen beurteilten sie das Wetter erneut. Nach einer Gewitterpause schien nun ein Helikoptereinsatz möglich zu sein. Die Retter forderten einen Helikopter an. Kurz darauf landete REGA 14 oberhalb der Triftbahn Talstation bei den dort wartenden Rettern. In zwei Flügen evakuierte man das Ehepaar mit Hilfe eines SAC Retters und flog sie zur Talstation. Beide waren nicht verletzt, und waren froh wieder im Tal zu sein.
Nr. 8 (30. Juni)
2 Bergsteiger beabsichtigten in den Engelhörnern vom Ochsental auf das Teufelsjoch aufzusteigen. Das Ziel war anschliessend über den Teufelsgrat (Südostgrat) auf den Kingspitz zu gelangen. Sie wollten diese Tour rekognoszieren um zu einem späteren Zeitpunkt diese als Tourenleiter für eine SAC-Sektion durchzuführen. Diese klassische Klettertour wird zur heutigen Zeit nicht mehr viel begangen. Bereits der Aufstieg zum Teufelsjoch ist nicht leicht zu finden und der Fels ist teilweise brüchig. Die beiden haben sich beim Aufstieg zum Joch verstiegen und gelangten so in schwieriges Gelände. Lose Steine und Platten verhinderten den weiteren Auf- und Abstieg. So beschlossen sie, die REGA zu avisieren. Beide waren gut und zweckmässig ausgerüstet und sind scheinbar geübte Berggänger.
Die Rega alarmierte via Pager ein RSH. Aufgrund der unklaren Situation bot man noch einen zweiten RSH auf. Ein RSH flog direkt ab der Basis Wilderswil mit. Einen zweiten RSH holte man in Grindelwald und flog ins Gebiet. Nach einem kurzen Such- und Rekoflug bereitete man auf dem Zwischenlandeplatz im Ochsental die Windenbergung vor. Anschliessend barg man die Zwei mit der Helikopterwinde aus ihrer misslichen Lage und flog sie ins Ochsental. Beide Kletterer waren nicht verletzt und konnten zu Fuss absteigen.
Nr. 7 (12. Juni)
Ein Mann fuhr mit der Triftbahn in die Underi Trift. Von der Bergstation stieg er Richtung Trifthütte auf. Im Bereich „Zwischen Tierbergen“ musste er, aufgrund der schwierigen Wegverhältnisse (Schneeschmelze, reissende Bergbäche), umkehren. Auf dem Rückweg kam er infolge der Dunkelheit vom markierten Weg ab und verirrte sich in dem steilen Gelände. Kurz vor Mitternacht getraute er sich unterhalb einer Felswand nicht mehr weiter zu gehen. Da er erschöpft und blockiert war, entschloss er sich, mit dem Natel Hilfe anzufordern.
Die Rega alarmierte via Pager die Rettungsstation Oberhasli. Nach Rücksprache mit dem Alarmierenden (die Natelverbindung war sehr schlecht) konnte der Gesundheitszustand von ihm nicht genau eruiert werden. Somit entschloss man sich eine Bergung mit dem Helikopter zu versuchen. Die Wetterverhältnisse waren zu diesem Zeitpunkt gut. Um 01:00 Uhr trafen sich der Einsatzleiter der Rettungsstation und ein RSH in Geissholz, wo sie beim Helikopterlandeplatz auf Rega 10 warteten. Rega 10 landete in Geissholz. Anschliessend startete man ein Suchflug mit RSH Richtung Trift. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die Nebelbänke im Triftgebiet war eine Landung oder Windenbergung nicht möglich. Somit kehrte Rega 10 unverrichteter Dinge zurück nach Geissholz, wo der RSH wieder ausstieg. Anschliessend flog Rega 10 zurück zur Basis Wilderswil.
Da mit dem Helikopter nichts zu machen war, entschloss man sich den Blockierten terrestrisch zu holen. Einsatzleiter, RSH und ein weiterer Bergführer fuhren mit dem Auto zu der Triftbahn. Ein Maschinist der Kraftwerke Oberhasli AG brachte die drei mit der Bahn in die Underi Trift, von wo sie um 02:40 Uhr zu Fuss weiter aufstiegen. Gleichzeitig bot man den Bergführer und Hüttenwart der Windegghütte auf. Kurz vor 04:00 Uhr trafen die drei Retter in der nähe der Triftbrücke den Hüttenwart und den Hilfesuchenden, sie waren bereits im Abstieg. Der Hüttenwart konnte den blockierten Mann kurz zuvor aus seiner misslichen Lage im Gebiet Drosiegg, abseits des Weges in felsdurchsetztem Gelände befreien. Da dem Mann, ausser dass er erschöpft war nichts fehlte, entschloss man sich, dass der Hüttenwart ihn mit in die Windegghütte nimmt und dass die drei Retter wieder ins Tal absteigen. Um 06:00 Uhr waren alle wieder zurück und der Einsatz war abgeschlossen.
Nr. 6 (24. Mai)
Ein Gleitschirmpilot startete auf der Axalp neben der Alphütte “Chruttmettli“ etwa 200 Meter oberhalb des Waldrandes. Das Wetter war schön, jedoch Westwind kam zeitweise auf. Nach wenigen Metern Flug trieb ihn der Wind von seiner vorgesehenen Route ab. Die Flughöhe reichte knapp nicht um die Tannenspitzen zu überfliegen. Nun prallte er zu oberst in eine Tanne. Der Schirm verfing sich in den Ästen und der Pilot blieb unverletzt hängen. Da er sich selber aus dieser misslichen Lage nicht befreien konnte, alarmierten Passanten die Rega.
Die Rega alarmierte die Rettungsstation Oberhasli. Da man mit dem Auto bis zu der Alphütte fahren kann, entschloss man sich die Bergung terrestrisch (ohne Helikopter) vorzunehmen. Um 16:30 Uhr starteten in Meiringen zwei Bergführer und fuhren mit dem Auto Richtung Axalp. Nachdem die Retter mit dem nötigen Material bei der Unfallstelle eintrafen, begannen sie unverzüglich mit der Bergung und brachten den Gleitschirmpiloten unversehrt zurück auf den sicheren Boden.
Nr. 5 (04. Mai)
Zwei junge Herren aus Holland starteten um 11:00 Uhr in Meiringen beim Bahnhof. Sie beabsichtigten einige Tage in freier Natur zu verbringen. Dementsprechend waren sie auch ausgerüstet, mit Zelt, Proviant usw. Sie wanderten via Züün Richtung Oltscheren. Das Wetter war schlecht mit Regenschauern und dichtem Nebel. Im sog. Blatti auf 1480m verliessen die Beiden den Wanderweg und stiegen an der Nordflanke des Wandelhorns auf. Oberhalb 1600m lag zum Teil noch Altschnee. Das Gehen auf dem immer steiler werdenden Gelände war sehr mühsam. Sie stiegen weiter hoch, bis unter eine unüberwindbare Felsbarriere. Über den steilen, rutschigen Hang, wo sie aufgestiegen waren, getrauten sie sich nicht mehr abzusteigen. Sie waren nun auf einem kleinen Platz auf 1780m, wo das aufstellen des Zeltes unmöglich war, blockiert. Per Handy alarmierten sie via Polizei die Rega und baten um Hilfe. Da sie ein GPS bei sich hatten, konnten sie ihren Standort bekannt geben.
Um 19:20 Uhr alarmierte die Rega die Rettungsstation Oberhasli. Aufgrund der weiterhin sehr schlechten Wetterprognosen mit Schneefall bis 1400m, wobei sich die Lage der Wanderer nur noch verschlechtert hätte, entschloss man sich diese zu holen. Ein Helikopterflug war bei diesen Wetterverhältnissen nicht möglich. Um die zwei Männer terrestrisch zu suchen und zu bergen, bot man drei Bergführer und zwei Geländesuchhundeteams auf. Anschliessend fuhren die Retter in Meiringen mit dem Auto los. Auf der Wandelalp, bei Punkt 1625 parkierten sie die Fahrzeuge und stiegen zu Fuss weiter. Nach mühsamer Suche, bei Dunkelheit und garstigen Wetterverhältnissen, fand man um 22:00 Uhr die Zwei. Sie waren nicht verletzt, jedoch total erschöpft und durchnässt. Die Wanderer konnten nun aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Mittels Seilsicherung führten die Retter die Zwei nun zurück zur Strasse und mit dem Auto nach Meiringen wo man den Einsatz um Mitternacht abschloss.
Nr. 4 (10. April)
Drei Skitourenfahrer brachen um 07:30 Uhr in der Trifthütte auf und beabsichtigten via Diechterlimi (3215m) - Gelmer - Chuenzentennlen nach Guttannen zu gehen. Das Wetter war recht schön, jedoch durch die Biese stauten sich zum Teil Wolken und Nebel an den Bergen. Gegen Mittag trafen sie in der Gelmerhütte ein, wo sie nach einem kurzen Halt, mit den Ski weiter abfuhren. Etwa um 14:00 Uhr betraten sie den Gelmersee, der mehrheitlich noch mit einer Eis- und Schneedecke überzogen war. Einzig vorne bei der Staumauer beim nördlichen Ufer war die Eisdecke bereits geschmolzen und das Wasser war sichtbar. Die Alpinisten überquerten mit den Ski den See und hielten von Mann zu Mann etwa einen Abstand von 10 Metern ein. Nach halber Distanz brach plötzlich der Mann an der Spitze in der Eisdecke ein. Mittels eines Seils zogen ihn die andern aus dem Wasser. Trotz des Zwischenfalls entschlossen sich die Drei weiter zu gehen. Kurze Zeit später brach der vorderste erneut ein. Wiederum versuchten die andern den Eingebrochenen mit dem Seil herauszuziehen. Bei dieser Aktion brach das Eis auch bei ihnen ein und alle Drei waren nun im Wasser. Irgendwie schafften sie es aus den Wasserlöchern heraus auf die dünne Eisdecke, dabei verloren sie zum Teil auch ihre Ski. Nun liessen sie, um weniger schwer zu sein, die Rucksäcke auf dem See liegen und bewegten sich robbend Richtung südliches Ufer. Total durchnässt, ohne jegliche Ausrüstung (die Rucksäcke inkl. Handy waren auf dem See) erreichten sie das Ufer und fanden dort unter einem grossen Stein eine kleine schützende Höhle. Ihnen blieb nichts anderes übrig als dort zu warten und zu hoffen, dass der Taxifahrer, der auf einen Telefonanruf von ihnen wartete um sie in Chuenzentennlen abzuholen, alarmierte.
Der Hüttenwart der Gelmerhütte konnte wegen des Nebels das Geschehen auf dem See nur zeitweise beobachten. Glaubte jedoch gesehen zu haben, dass die Skitourenfahrer das sichere Ufer erreichten. Zuletzt sah er durch ein Nebelfenster um 16:00 Uhr Gegenstände auf dem See liegen, danach verdeckte ihm der Nebel die Sicht auf den See jedoch total.
Da die Skitourenfahrer sich um 18:45 Uhr beim Taxifahrer immer noch nicht gemeldet hatten meldete ein Bergführer aus Guttannen, der sich mit dem Hüttenwart und dem Taxifahrer abgesprochen hatte, dem Einsatzleiter der Rettungsstation Oberhasli um 19:00 Uhr die Skitourenfahrer als Vermisst.
Der Einsatzleiter der Rettungsstation machte einige Abklärungen bei den Hüttenwarten Gelmer und Trift, um sich ein besseres Bild über die Vermissten zu machen. Anschliessend informierte er die Rega. Aufgrund der vorgerückten Stunde (noch eine Stunde bis zur Dunkelheit) entschloss man sich sofort einen Suchflug zu starten. Der Einsatzleiter begab sich nach Meiringen zum Rettungsmagazin, wo er zusammen mit der Polizei weitere Abklärungen machte. Ein weiterer Retter (RSH) machte sich für den Suchflug bereit. Um 20:10 Uhr nahm Rega 10 in Meiringen den RSH an Bord und flog direkt zum Gelmersee. Dort sah man drei Rucksäcke verteilt auf dem See liegen und daneben einige Einbruchstellen im Eis. Die Vermissten sah man vorerst nicht. Nach kurzer Suche ortete man die drei Personen unter einem grossen Stein am südlichen Ufer des Gelmersees. Rega 10 landete in unmittelbarer Nähe. Der Arzt stieg aus und begab sich zu den Vermissten. Diese waren nicht verletzt jedoch unterkühlt und durchnässt. Mittels Helikopterwinde sammelte man in dieser Zeit zusammen mit dem RSH die Rucksäcke auf dem See ein. Anschliessend flog Rega 10 den RSH und die Alpinisten in zwei Flügen nach Guttannen.
Der Einsatzleiter holte nun den RSH und die Alpinisten mit dem Auto in Guttannen ab. Die Bergsteiger brachte er nach Innertkirchen in ein Hotel, wo sie sich wieder aufwärmen konnten.
Nr. 3 (08. Februar)
Via den SOS Sörenberg wurde ein Lawinenunfall mit einer verschütteten Person am Brienzerrothorn auf der Seite Brienz der Rega EZ gemeldet. Die Rega bot via Pager den Hundeführer und den Einsatzleiter der Rettungsstation Oberhasli auf. Kurz nach der Alarmierung konnte sich der Verschüttete selbst aus der Lawine befreien und seine Abfahrt Richtung Brienz unverletzt fortsetzen. Daraufhin brachen der Helikopter der bereits über dem Brienzersee war und die Retter die in Meiringen bereit waren, den Einsatz ab.
Nr. 2 (06. Februar)
Ein Mann mit seiner Freundin stieg mit den Tourenski von der Schwarzwaldalp im Reichenbachtal via Pfanni Richtung Grindelband. Auf 2000 m ü. M. entschlossen sie sich für die nächsten Hundert Höhenmeter Abstand einzuhalten, da die Route hier über einen Hang führt der nach Norden ausgerichtet ist und in der oberen Hälfte eine Steilheit von etwa 35 – 37° aufweist. Als sie sich etwa in der Mitte des Hanges befanden löste sich plötzlich ein Schneebrett, riss die Frau 60 Meter mit und verschüttete sie. Der Mann blieb wenige Meter neben dem gegen 80 Meter breiten Anriss des Schneebrettes unversehrt stehen. Sofort begann er mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät zu suchen. Nach wenigen Minuten ortete er die Frau und begann mit Ausgraben. In etwa zwei Meter Tiefe konnte er den Kopf der Frau freilegen, sie war noch ansprechbar. Nun wollte er die Rega alarmierten. Da er an dieser Stelle mit dem Handy kein Empfang hatte, musste er sich im Gelände 100 Meter verschieben, wo er dann Hilfe anfordern konnte.
Eine weitere Skitourengruppe, die von oben her kam sah den Mann beim Ausgraben. Der Bergführer der Gruppe fuhr den Steilhang ab um dem Mann Unterstützung zu leisten. Dabei löste sich ein weiteres, jedoch unbedeutendes Schneebrett. Der Rest der Gruppe wartete oben.
Die Rega alarmierte um 14:08 Uhr die Rettungsstation Oberhasli und Lawinenhundeteams. Vier Hundeteams und drei Bergführen begaben sich sofort zum Rettungsmagazin in Meiringen und hielten sich dort für den Einsatz bereit. Der Regahelikopter flog mit dem Arzt direkt zur Unfallstelle und ein zweiter Helikopter der BOHAG flog nach Meiringen um die Retter zu holen. Der BOHAG Helikopter nahm in Meiringen zwei Lawinenhundeteams und ein Bergführer an Bord und flog auf den Unfallplatz. Inzwischen war die Patientin vom Schnee befreit worden und der Rega-Arzt konnte sie medizinisch versorgen. Anschliessend verlud man die Patientin in den Helikopter und er flog sie nach Interlaken, ins Spital.
Nach genauen Abklärungen vor Ort war nun sicher, dass keine weiteren Personen verschüttet waren. Demzufolge erübrigte sich eine weitere Suche auf dem Lawinenkegel und man konnte die aufgebotenen Retter, die in Meiringen warteten entlassen. Der BOHAG Helikopter flog nun in einem ersten Flug den Helfer (Bergführer) der Skitourengruppe wieder zurück zu seiner wartenden Gruppe auf dem Grindelband. Anschliessend flog die BOHAG den Mann zu seinem Auto nach Schwarzwaldalp. Schliesslich in einem letzten Flug brachte er die Retter wieder zurück nach Meiringen wo man den Einsatz abschloss.
Nr. 1 (07. Januar)
Ein junger Mann verlor bei der Abfahrt vom Glogghüs Richtung Mägisalp, im Skigebiet Meiringen-Hasliberg, abseits der Piste oberhalb von einem steilen und felsdurchsetzten Couloir einen Ski. Da das Gelände an dieser Stelle steil und die Schneedecke hart war, getraute er sich nicht mehr weiter und war blockiert. Er war unverletzt. Mit seinem Handy forderte er Hilfe an. Das Wetter war an diesem Tag sonnig und sehr kalt.
Um 17.00 Uhr alarmierte die Rega ein RSH. Kurz darauf nahm Rega 10 den RSH in Unterbach an Bord. Beim Rekoflug stellte die Helicrew im letzten Tageslicht fest, dass sich der blockierte Skifahrer genau unter dem Tragseil der Sprengbahn befand. Wegen diesem Seil war eine direkte Windenbergung mit dem Helikopter nicht möglich. Rega 10 landete auf Mägisalp, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Anschliessend wurde der RSH oberhalb des Patienten schwebend ausgeladen. Ein steiles schneegefülltes Couloir versperrte aber dem RSH den Weg zu dem Patient. Rega 10 nahm den RSH wieder an Bord und setzte ihn auf der anderen Seite wieder ab. Von dort aus war es dann für den RSH möglich, zu Fuss bis zum Patient zu gelangen. Nachdem der RSH den bereits leicht unterkühlten Mann am Seil gesichert hatte, stiegen sie durch den hüfttiefen Schnee den Hang hinauf, bis der Abstand zu der Sprengbahn genügend gross war damit Rega 10 den Retter und Patient mit der Rettungswinde aufnehmen und hinunter nach Mägisalp fliegen konnte. Die ganze Aktion wurde bei Dunkelheit durchgeführt. Der mittlerweile stark unterkühlte Patient wurde nun im SOS Raum vom Arzt betreut und mit Getränken aufgewärmt. Anschliessend flog Rega 10 mit dem RSH wieder zurück.