Dreitageskitour 1.- 3. Mai 2011

Bei schönem Wetter trafen wir uns gutgelaunt morgens um 6.00 Uhr am Bahnhof in Meiringen. Nach einem kurzen Morgennickerchen gesellte sich in Interlaken noch Heinz, unser Tourenleiter, zu uns. Nun war das Quartett komplett.

Beim Ausstieg auf dem Jungfraujoch bekam unsere gute Stimmung aber kurzzeitig einen kleinen Dämpfer verpasst: Schnee + Nebel = keine (oder zumindest sehr schlechte) Sicht.

Trotz positiven Denkens änderte sich an dieser Wetterlage auch während der Kaffeepause nichts. Wie gut, ist der Weg zur Mönchsjochhütte nicht zu verfehlen. Doch auch hier wurde unser Optimismus („ab der Mönchsjochhütte ist das Wetter schön“) Lüge gestraft. Der Nebel wollte einfach nicht weichen, auch wenn wenigstens der Schneefall deutlich nachgelassen hatte. Ganz nach dem Motto „Es kann nur besser werden“ nahmen wir die kurze Abfahrt zum Ewigschneefeld unter unsere Füsse, pardon: Bretter – und siehe da: Die Sonne gesellte sich zumindest hin und wieder zu uns! Unter diesen Bedingungen war der Aufstieg zum Trugberg eine wahre Freude.

Nach kurzer Gipfelrast und traumhafter Abfahrt folgte nochmals ein Aufstieg mit wenigen Höhenmetern, so dass wir beschlossen, die Felle im Rucksack zu lassen. Waren die frisch gewachsten Skier vorher eine wahre Freude, wünschte man sich nun mit dem Wachs etwas sparsamer gewesen zu sein…

Beim Skidepot unterhalb der Konkordiahütte angekommen verstauten wir die Ski, um anschliessend noch etliche Höhenmeter mit Treppenlaufen zu bewältigen, bevor wir uns in der Hütte mit einem Bierchen stärken und auf den gelungenen Tag anstossen konnten.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns mit purem Sonnenschein auf den Weg. Die ersten Höhenmeter wurden wieder Treppe laufend vernichtet, bevor wir vom Skidepot wieder richtig durchstarten konnten. Nach einem langen Aufstieg, währenddem wir die Ski bequem unter den Füssen belassen konnten, hiess es nun „Profilwechsel“ – die Ski auf den Rucksack und die Steigeisen an die Füsse. Mit recht schwerem Rucksack machten wir uns an die Überschreitung des Grünegghorns. Auf der anderen Seite angekommen, ließen wir die Ski stehen, um nun, mit angenehm leichtem Gepäck, auf den Gipfel des Gross Grünhorns zu gelangen. Hier genossen wir für eine Weile das wunderbare Panorama und gönnten uns eine kurze Rast, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten.

Wieder zurück bei den Skiern machten wir uns parat für die schöne, aber etwas Adrenalingeladene (über Gletscherspalten fährt man ja nicht alle Tage) Abfahrt zum Ewigschneefeld.

Unter sengender Hitze begannen wir wieder den langen, aber flachen Aufstieg übers Ewigschneefeld zur Mönchsjochhütte. Je mehr wir uns der Hütte näherten, desto schlechter wurde das Wetter. War die zunehmende Bewölkung anfangs noch herrlich erfrischend, so hätten wir auf den zum Schluss noch einsetzenden Graupelschneefall gut verzichten können… (An dieser Stelle nochmals Sorry an meine Berggspänli, dass an diesem Tag mein deutsches „Flachlandblut“ zum Vorschein kam, sonst hätten wir es wohl noch trocken zur Hütte geschafft…)

Nach dem Abendessen durften die Hüttengäste sich auf dem Fernseher über die neuesten Nachrichten in der Welt informieren lassen (…Bin Laden erschossen durch Amis…) Der anschliessende Meteo-Bericht stiess jedoch weniger auf unsere Sympathie… Mit einem letzten Funken von Hoffnung – Peter würde uns früh wecken für die Besteigung der Jungfrau gingen wir schlafen. Doch Meteo sollte recht behalten und Peter liess uns ausschlafen. Nach einem ausgedehntem Frühstück schnallten wir uns die Ski unter, um in über 20 cm frischem Pulverschnee durchs dichte Schneetreiben zum Jungfraujoch zurück zu kehren.

 

Vielen Dank Heinz für die gute Organisation der gesamten Tour und ebenfalls ein herzliches Dankeschön an Peter für die kompetente Führung.

 

 

Bergführer: Peter Schläppi

Teilnehmer: Heinz Wagner (Tourenleiter), Christine Vögtli, Rebecca Mauss (Bericht)