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Auch dieses Jahr verbrachte die JO eine Woche lang in Frankreich. Das Reiseziel war Cassis, eine kleine französische Hafenstadt, östlich von Marseille gelegen. Dort wohnten wir eine Woche lang auf dem Campingplatz „Les Cigales“. Sonntagabend kamen wir an, stellten unsere Zelte und machten uns auch schon wieder auf und davon, um uns im Meer abzukühlen..
Montag:
Nach dem reichhaltigen Frühstück mit Baguette und tonnnenweise Nutella, ging`s auf nach Morgiou, eine kleine aber wunderschöne Bucht mit einem kleinen Hafen und vielen kleinen Häuschen.
Unser Ziel war eine Mehrseillängenroute direkt über dem Meer. Wir seilten uns ab, wobei wir aufpassen mussten, dass das Seil nicht ins Wasser fiel, und begannen zu klettern. Insgesamt waren vier Seillängen, in denen wir hilflos der Sonne ausgesetzt waren, zu bewältigen. Oben angekommen, triefnass und halb verdurstet, packten wir so schnell wie möglich unsere Sachen zusammen, wanderten zurück nach Morgiou und rundeten die schöne Kletterei mit einem Sprung ins kühle Blau ab.
Dienstag:
An diesem Tag teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe ging in einen Klettergarten und wir fuhren nach Sormiou, wieder eine Bucht, die der gestrigen ziemlich ähnlich war. Wieder standen bei uns Mehrseillängen auf dem Programm, wieder über dem Meer, doch diesmal mussten wir nicht abseilen, da man in die kleine Bucht hinabsteigen konnte.
Zwei Seilschaften kletterten die Wand hoch, die dritte durchquerte sie.
Wieder war es eine wunderschöne Kletterei, der Fels einmalig, und diesmal im Schatten, was auch noch ein grosser Vorteil war.
Nach diesen Längen hatte Chantal noch nicht genug, und durchkletterte die Wand mit Chrigel nochmals. Wir andern wünschten uns nichts mehr, als eine Abkühlung in der Bucht. Kurze Zeit später, trafen auch die zwei Unersättlichen ein und wir fuhren nach Marseille an den Strand, wo wir noch lange Volleyball spielten.
Mittwoch:
Nach eingehendem Studium des Kletterführers, war das Auserwählte ein Klettergarten bei einer Höhle. Es gab von 5c aufwärts fast alles was das Herz begehrte. Das Blöde war nur, dass ein Teil der Wand noch nass war, sodass ein paar Routen schon einmal gestrichen werden konnten. Auch dieses Gebiet war grösstenteils im Schatten, wahrscheinlich hatten wir am Montag etwas gelernt.
Wir kletterten also den ganzen Tag, bis einige von uns keine grosse Lust mehr hatten, andere schon. So teilten wir uns wieder entzwei, die einen blieben im Gebiet, zügelten aber in eine andere Höhle, die andern fuhren nach Marseille an den Strand und gingen danach einkaufen fürs Nachtessen.
Donnerstag:
Es verschlug uns wieder nach Morgiou, wo wir schon montags waren. Diesmal teilten wir die JO durch drei. Würde dieser Tag ein Kapitel sein, wäre die Überschrift wohl „ La Traverse“. Alle drei Gruppen machten eine längere Traverse über dem Meer, mit den Namen wie „Bora Bora“ oder „Marie-Jaqueline“.
Die „Bora Bora-Gruppe“ und die „Marie-Jaqueline-Gruppe“ konnten auch diesmal wieder im Schatten klettern.
Die Zeit verflog, wir bemerkten gar nicht, dass wir schon mehrere Stunden kletterten, und als wir dann am Top ankamen, war es auch schon vier Uhr.
Wir fuhren nach Cassis auf den Zeltplatz, und wie wir schon erfahren hatten, sollte dies unser letzter Abend in Cassis werden, denn es wurde spontan und völlig undemokratisch entschieden, dass wir den Freitagabend in einer Höhle in Orpierre verbringen würden.
Die einen fanden das gut, die andern weniger.
Wir flanierten noch ein bisschen durch das Städtchen und gingen danach Pizza essen.
Freitag:
Frühmorgens (um acht Uhr), packten wir unsere Zelte zusammen, räumten auf, frühstückten.
Der letzte Klettertag in der Calanque, den verbrachten wir in einem Klettergarten an der Sonne, in der Nähe von Sormiou, vom Parkplatz eine Stunde zu uss entfernt. Dieses Klettergebiet war toll, mit traumhafter Aussicht auf das schäumende Meer. Wir konnten vielleicht vier Stunden klettern, doch der wunderbare Fels machte uns den Abschied schwer...
Zweieinhalb Autostunden weiter nördlich in der Nähe von Orpierre, fanden wir die versprochene, erfreute und auch verachtete Höhle vor. Wie es sich herausstellte, war das Loch im Felsen gar nicht so schlimm wie von einigen erwartet.
Im Feuerschein assen wir Hotdogs, die superlecker waren und gingen auch bald schlafen.
Samstag:
Die Nacht war zwar ein bisschen kalt, aber das hinderte uns nicht daran, unsere steif gefrorenen Finger mit Routen rund um und in der Höhle zu strapazieren. Immerhin erwarteten uns danach noch etwa sechs, sieben Stunden im Auto.
Doch nach ein paar Routen war es Zeit zu gehen...
Auf der Heimreise fuhren wir durch eine schöne Landschaft bis Grenoble, da fing die Autobahn wieder an, plötzlich begann unser Bus zu rauchen, es war nichts weiter als ein unverschlossener Deckel des Öltanks. Die weitere Fahrt über die Grenze, wo wir wieder umkehren wollten, nach Estavayer-le-Lac, wo wir ein Imbisshalt machten, danach weiter über Bern, wo Nadia als Erste ausstieg, Interlaken verlief ohne Zwischenfall und ohne viel Aufregendes.
In Brienz verliess uns Chamuel, in Brienzwiler stiegen Chantal und Xander aus, plötzlich war es still und leer im Bus, in Meiringen bei der Kletterhalle stiegen dann auch noch Roman und ich aus und gingen nach Hause, braungebrannt, mit schmerzenden Fingern und vielen schönen Erinnerungen. Ein grosses Dankeschön an Chrigel und Nik!
Sarah Vögtli
